Dienstag, 15. August 2017

Auto vorsätzlich in Pizzeria gerast, aber gottlob kein Terrorismus...

von Thomas Heck...

Als ein Mann gestern sein Auto in eine Pizzeria steuerte und dabei eine 12-Jährige tötetet und 13 weiteren Menschen zum Teil schwer verletzte ist ein weiteres Indiz für die unerträgliche Berichterstattung der Medien in Deutschland. Denn während beim Autoanschlag von Charlottesville unseren Medien sofort klar war, hier saß ein Nazi am Steuer und Fotos, angebliche Vita und Motiv veröffentlicht wurden, zudem Trump in die Verantwortung genommen und kritisiert wurde, dass er nicht umgehend rechte Gewalt verurteilte, wurde nicht einmal gefragt, ob der Fahrer nicht vielleicht doch mit Baseballschlägern angegriffen wurde und in Panik fliehen wollte. 

Eine Unschuldsvermutung, die hier jedem islamistischen Attentäter zuteil wird, kann ein politisch rechts Stehender hier nicht erwarten. Dabei lassen Videoaufnahmen durchaus den Schluß zu, dass seitens der friedlichen linken Demonstranten nicht alles so friedlich ablief. Entscheidend ist die unterschiedliche Berichterstattung. Denn bei dem Anschlag auf die Pizzeria wurde ein terroristischer Hintergrund ausgeschlossen, der Vorfall werde noch untersucht, die Motivlage müsse geprüft werden. Mich würde nicht wundern, wenn sich am Ende der Woche doch herausstellt, dass der Mann nur seine bestellte Pizza abholen wollte und nur sehr hungrig war. Der politische Kontext gewinnt bei der Berichterstattung immer mehr an Bedeutung. Der Tagesspiegel fast die Geschehnisse, soweit bekannt, zusammen, Name und Herkunft des Fahrers wie immer Fehlanzeige:


Ein Mann hat in Frankreich ein Auto in eine Pizzeria gesteuert und dabei eine 12-Jährige getötet. 13 weitere Menschen wurden am Montagabend bei dem Vorfall im kleinen Ort Sept-Sorts etwa 60 Kilometer östlich von Paris verletzt. Die Polizei nahm den Fahrer fest, erste Erkenntnisse deuteten nicht auf einen terroristischen Hintergrund hin. Die Behörden gehen aber davon aus, dass der 31 Jahre alte Mann absichtlich handelte.

Fünf Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten, sagte der stellvertretende Staatsanwalt von Meaux, Eric de Valroger. Ein dreijähriger Junge schwebe in Lebensgefahr und sei per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden. Zu diesem Zeitpunkt der Untersuchung gehe er nicht von einem terroristischen Motiv aus.

Die Ermittler müssten nun das Motiv klären, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet. Der Mann habe ausgesagt, vor Kurzem einen Suizidversuch gemacht zu haben. Dies sei eine Spur, der die Ermittler nachgingen, so Brandet im Sender Franceinfo. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu zunächst nicht äußern.
Hinweise auf Einfluss von Rauschgift

Es gebe Hinweise, dass der Mann unter dem Einfluss von Rauschgift stand, sagte De Valroger. Dies müsse aber noch bestätigt werden. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen vorsätzlicher Tötung mit Waffe ein. Es sei kein Zweifel daran möglich, dass der Mann sich absichtlich dazu entschieden habe, so De Valroger.

Das Auto sei durch die Terrasse der Pizzeria gefahren, sagte eine Zeugin dem Sender RMC. Die Zeitung „Le Parisien“ berichtete, dass der Wagen dann die Glasscheibe des Restaurants durchbrach. „Die Hälfte des Autos ist ins Restaurant eingedrungen und hat alle Kunden und Mitarbeiter überfahren, die sich in seinem Weg befanden“, sagte ein Gendarm dem Blatt.

Der Mann sei Justiz, Polizei und Geheimdiensten nicht bekannt gewesen, so der Sprecher des Innenministeriums im Sender BFMTV. Er habe sich ohne Schwierigkeiten festenehmen lassen.

Das Drama ereignete sich vor dem Hintergrund einer angespannten Sicherheitslage: In Frankreich gilt nach zahlreichen Anschlägen der Ausnahmezustand. Vergangene Woche war in einem Pariser Vorort ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe Soldaten gerast. In diesem Fall ermitteln anders als bei dem jetzigen Vorfall Anti-Terror-Ermittler - die genauen Hintergründe sind aber noch nicht geklärt. Der Fahrer war wenige Stunden nach der Tat auf einer Autobahn gestoppt und dabei verletzt worden.

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