Donnerstag, 9. November 2017

9. November... ein Tag der Schande...

von Thomas Heck...

Es ist schon ein Anachronismus, das der Tag des Mauerfalls auf den Tag der Reichsprogromnacht fiel. Und dafür gesorgt hat, dass die Progrome von 1938 fast in Vergessenheit gerieten, nachdem sie jahrelang als Reichskristallnacht verharmlost wurde, bei der man hätte annehmen können, hier ginge es ausschließlich ums Entglasen im Stile der Antifa. Doch bei den Progromen wurden Menschen ermordet, hiermit begann die Ausgrenzung von Juden in Deutschland und hiermit wurde der Grundstein für den Holocaust gelegt. Ein Tag der Schande, der niemals vergessen werden darf.



Um ein Zeichen zu setzen, wurden in den vergangenen Tagen an einigen Gedenksteinen Rosen niedergelegt sowie Hinweise auf die Reichspogromnacht am 9. November 1938. Die Novemberpogrome der Nationalsozialisten nahmen am Donnerstag vor 79 Jahren auch in Berlin ihren Anfang. Damals wurden überall in Deutschland Synagogen und Gebetshäuser angezündet und geschändet, Nazis plünderten jüdische Geschäfte sowie Wohnungen und zerstörten jüdische Friedhöfe.

Viele Menschen wurden am 9. November verhaftet, rund 100 Menschen ermordet. Mit dieser Nacht begann der schlimmste Völkermord in der Geschichte der Menschheit, der Mord an 6 Millionen Juden.



Berlinweites Gedenken an Reichspogromnacht 1938

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird am Donnerstag der Naziverbrechen gedacht: So lädt die Bürgerinitiative Hufeisern gegen Rechts um 17 Uhr zur Gedenkveranstaltung an die Buschkrugallee 179. Von dort startet ein Rundgang zu den Orten entwendeter Stolpersteine. Um 17.30 Uhr folgt im Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße eine Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Viel mehr Müller jedoch für die Sicherheit der hier lebenden Juden tun, wenn er sich endlich eindeutig gegen den alljährlich stattfinden Al-Kuds-Tag positionieren würde.

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